Warum nachhaltige Schülerfirma/Schülergenossenschaft?

Nachhaltige Schülerfirmen als Bestandteil und Erweiterung des Unterrichts werden in allen Schulformen immer bekannter und beliebter. Aus diesem Grund unterstützt die Initiative „Bildung für nachhaltige Entwicklung” nachhaltige Schülerfirmen mit Lehrmaterial, Beratung und Fortbildungsangeboten z. B. in Form von Seminaren. Im Rahmen dieses Programms wurden spezielle Betreuungsprogramme vorgelegt, um in der Schule ökologisches, soziales und wirtschaftliches Handeln und Denken zu fördern.

Erklärtes Ziel dabei ist in der Regel, den SchülerInnen in der nachhaltigen Schülerfirma Kompetenzen zu vermitteln, von denen sie weit über ihre Schulzeit hinaus profitieren können. So sollen nachhaltige Schülerfirmen zur Entwicklung von intrapersonalen, sozialen sowie fachlichen Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen bei den SchülerInnen dienen, aber auch den Praxisbezug für verschiedene Unterrichtsfächer herstellen.

Die nachhaltige Schülerfirma wird vor allem gerne von Lehrern als Lernort gewählt, die meinen, dass bei Planspielen und der rein theoretischen Vermittlung ein wichtiges Prinzip fehlt: Je mehr Eigenbeteiligung umso dauerhafter ist der Lernerfolg.

Sowohl Fachlehrer für Arbeitslehre, Wirtschaft oder Gesellschaftskunde – Fächer, in denen nachhaltige Schülerfirmen häufig angesiedelt sind – als auch Lehrer, die eine nachhaltige Schülerfirma als fächerübergreifendes Projekt oder als Inhalt einer Arbeitsgemeinschaft (AG) verstehen, sehen in dieser Form des Unterrichts den Vorteil, dass hier ein großes Maß an Schülerbeteiligung gewährleistet ist. Außerdem bietet eine nachhaltige Schülerfirma die Möglichkeit, die Lernangebote möglichst nahe an den Lebens- und Erfahrungswelten der SchülerInnen zu orientieren. Weil die Realitätsnähe ein Erfolgsfaktor in vielen nachhaltigen Schülerfirmen zu sein scheint, werden Schülerfirmen-Aktivitäten gelegentlich sogar im Rahmenlehrplan erwähnt, etwa in den Bundesländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, und gelegentlich sogar in den Curricula, z.B. in den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen.
 

Für SchülerInnen bieten nachhaltige Schülerfirmen/Schülergenossenschaften die Möglichkeit, Bezüge zu mehreren Fächern herzustellen und gleichzeitig das neu erworbene Wissen anzuwenden. Das steigert ihre Lernmotivation, fördert aber auch die Nachhaltigkeit des Lerneffekts.

Die SchülerInnen lernen außerdem, Aufgaben und Zusammenhänge selbständig zu erkennen und einzukreisen, um sich dann mit Hilfe der Lehrer Problemlösungen zu erarbeiten.

Aber auch Aufgaben- und Problemorientierung, Problemdefinition, genaue Formulierung von Zielen und Absichten, zielorientierte Bearbeitungsprozesse und das Überprüfen von Lösungen sind ein wichtiger Bestandteil des Schülerfirmen-Lernens.
 

Natürlich ist der Erfolg von nachhaltigen Schülerfirmen auch von der Entwicklung der sozialen Kompetenzen der mitarbeitenden SchülerInnen abhängig. Diese werden vor allem zur Einarbeitung neuer SchülerInnen, zur Zielfindung, zur Verhandlung mit Geldgebern, Lieferanten und Abnehmern, zur (gegenseitigen) Motivation und zum Lösen von persönlichen und fachlichen Konflikten gebraucht, alles wichtige Komponenten der Schulsozialisation.

Nachhaltige Schülerfirmen werden um so erfolgreicher sein, je besser ihre einzelnen Abteilungen, wie zum Beispiel Marketing und Verkauf, Hand in Hand arbeiten. Zudem lernen die SchülerInnen ihr Fachwissen zu übertragen und zu kombinieren. Gleichzeitig schulen sie ihr strukturelles und logisches Denken.

Auf diese Weise wird in beträchtlichem Maße der Übergang ins spätere Berufsleben erleichtert: Die in der nachhaltigen Schülerfirma gewonnenen Erfahrungen und Qualifikationen helfen bei der Berufswahl und erhöhen auch die Berufschancen der SchülerInnen.

Gute Beispiele für nachhaltige Schülerfirmen finden sich auf www.nasch21.de